FÜNF FRAGEN AN DEIN LEBEN // ANNETTE HARTWIG UND DANIEL SCHUDT VON YOGABIJA

2010 gründeten Annette und Daniel die Marke yogabija, eine Plattform für Kurse, Retreats und Workshops. 
Annette, Yogalehrerin mit dem Schwerpunkt Ashtanga Vinyasa Yoga und Daniel, Yogalehrer mit der Leidenschaft für Pranayama- und Meditationsübungen und zertifiziert in traditioneller Thai-Yoga Massage. 
Zusammen haben sie sich den Traum erfüllt ihr Leben am Meer zu verbringen, unter dem blauen Himmel von Portugal.

Was beschäftigt dich gerade?

Daniel: Was ich heute Mittag essen möchte. 

Was war dein größter Fehler, oder eine wirklich schwere Fehlentscheidung in deinem Leben?

Annette: Gravierende Fehlentscheidung sind auf jeden Fall einige furchtbar schräge, modische Fehl-und Frustkäufe. 

Abgesehen davon gibt es immer wieder Lebenssituationen, welche von einer in der Vergangenheit liegenden, damals stimmigen Entscheidung beeinflusst worden sind. Prioritäten, Gefühle und Lebensumstände ändern sich halt ständig und ich schau dann ob ich die jetzige Situation verändern kann oder möchte. Dafür braucht es natürlich Mut. All dies würde ich unter der Rubrik Weiterentwicklung zusammenfassen. Mein wichtigster Kompass ist mein Bauchgefühl oder meine Intuition. Je lauter mein Herz für etwas klopft und je leidenschaftlicher meine Vorstellung, desto eher werde ich sie auch umsetzen. Es wird ja dann sowieso meist ganz anders als vorgestellt und interessanterweise sind es gerade die sogenannten "Umwege" - ich würde sie Überraschungen nennen - die mich genau dorthin bringen wo ich sein soll. 

Wo findet du deine Inspiration?

Daniel: Inspiration passiert unerwartet und einfach so, z.B. "Löcher in die Luft gucken" finde ich sehr inspirierend. Ein einzelnes Wort, eine Begegnung oder ein kurzer Moment - absolut alles kann mich begeistern und inspirieren. 

Faszinierend sind die plötzlichen Erkenntnisse, welche nachts im Traum oder nach der Yoga-Session in Shavasana aufblitzen. Diese machen in dem Moment total Sinn und entschwinden danach so mir-nix-dir-nix wieder ins Unterbewusstsein zurück ohne aktiv abrufbar zu sein. 

In welchen Momenten fühlst du dich lebendig?

Annette: Wenn ich verbunden bin mit meiner Wahrnehmung. Hören. Sehen. Schmecken. Fühlen. Riechen. Tasten. Wahrscheinlich würde ich mich eher fragen wann ich mich nicht lebendig fühle? Warte ich vielleicht auf etwas Besonderes mit Feuerwerk & buntem Konfetti, bleibe im weiterdrehenden Hamsterrad der Routine und vertrödele dabei währenddessen ungeahnt mein Leben? Oder kann jeder einzelne Moment magisch und ein pulsierendes Universum an Eindrücken und Erlebnissen sein?

Ehrlich gesagt, wenn ich meinen Atem spüre fühle ich mich lebendig. Als Yogalehrerin fast schon ein alter Hut, doch dazu als Ab-und-zu-Asthmatikerin habe ich eine höchst spannende und todsichere Beziehung zur Atmung. Eigentlich ist die Atmung ja immer da. Jederzeit. Ohne das ich etwas dafür tun muss. Das ist ein beruhigendes Gefühl. Ein Kommen und Gehen. Ein und Aus. Leer und Voll. Geben und Nehmen. Hoffnung und Angst. Eine Wahrnehmung der Polaritäten. Ein Kreislauf. Lebendig, eben! 

Würdest du gerne nochmals eine Phase deines Lebens wiederholen?

Annette: Auch wenn es viele grossartige und wilde Momente gab, nein! Ich bin total gespannt auf das, was vor mir liegt und was ich in diesem kurzen, tollen Leben noch machen möchte.

Wenn ich in die Vergangenheit gehen könnte, würde ich gerne in den 50er Jahren verweilen, mit Pferdeschwanz, Muscle Cars und Petticoat. Oder in den 20er Jahren die Nächte als Flapper Girl in den Jazz Clubs verbringen.

 

Vielen Dank, yogabija!

Mehr über yogabija:
http://www.yogabija.eu

 

 

Fotos by Yvonne Schmedemann

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