FÜNF FRAGEN AN DEIN LEBEN // PATRICIA THIELEMANN

Patricia Thielemann, 47 Jahre, Yogalehrerin und Gründerin von Spirit Yoga.
Nach einigen Jahren in den USA, in denen sie als Schauspielerin tätig war und viel Yoga praktiziert und unterrichtet hat, entschied sie sich zurück nach Deutschland zu kommen und ihr ganz eigenes Yogakonzept samt passender Yogaschule zu gründen.
Patricia lebt mit ihren zwei Söhnen (10 und 7 Jahre) und ihrem Lebenspartner in Berlin.

Was beschäftigt Dich gerade?

Nach Jahren mit „Höher, Schneller, Weiter“ mit Spirit Yoga und dem gewaltigen Wachstum der Yogaschule und mittlerweile über 100 Lehrern und Festangestellten, bin ich jetzt damit beschäftigt Spirit Yoga zu verdichten, zu verfeinern, um qualitativ noch mehr die Stellschrauben zu stellen, und um noch mehr die Integration in dem großen Team zu schaffen. Das heißt, die Arbeit, die vorher 10 Jahre nach Außen gehen musste, geht seit zwei Jahren verstärkt nach Innen, weil ich es ganz wichtig finde in diesem inflationären Yogamarkt, wo auch soviel „Bla“ ist, dafür zu sorgen, dass das, was wir machen, wirklich Hand und Fuß, also wirklich Substanz hat.

Was war Dein größter Fehler, oder eine wirklich schwere  Fehlentscheidung in Deinem Leben?

Hhmm, ich bereue eigentlich nichts. Ich würde sagen, dass die Dinge, die man als Fehler ansehen könnte, die Dinge sind, die mir mehr Einsicht gegeben haben, die meine Persönlichkeit haben reifen lassen. Deswegen sind die vermutlichen Fehler eigentlich die größten Geschenke gewesen, und wenn es einen Fehler gegeben hat, dann war das früher vielleicht immer der Gedanke nach der Höhe zu trachten, nach Glückseligkeit und der Irrglaube, dass es darum im Leben geht. In diesen Phasen habe ich nicht so wirklich viel dazu gelernt. Das ist eher in den Zeiten passiert, die schwieriger waren, diese Zeiten waren charakterbildend. Sowohl für mein eigenes Leben als auch für Spirit Yoga waren das am Ende die besten Zeiten.

Wo findest Du Deine Inspiration?

Ich reise gerne zu Teas Little nach Santa Fee, wo ich neben allen anderen Verpflichtungen, in den letzten Jahren auch noch eine weitere 500 Stunden Ausbildung abgeschlossen habe. Viel Inspiration finde ich auch durch die eigene Praxis, durchs Lesen und durch den nötigen Rückzug. Gerade weil ich so breitgefächert im Leben stehe, mit dem Unternehmen, mit den Kindern, den ganzen Retreats und Ausbildungen, ist Rückzug für mich ganz wichtig geworden, um immer wieder zu meiner Quelle zu kehren. Dort kann ich mich am besten nähren und inspirieren.

Meistens bin ich dabei ganz für mich alleine. Dann stehe ich um 5 Uhr morgens auf und genieße die Stunde am Tag, die mir gehört. Das ist für mich enorm inspirierend. Also bewusst nicht raus gehen und Freunde treffen, sondern eher rein in meine Welt. Ich versuche zusätzlich, neben allen Terminen, mir gerne mal einen Block von drei bis vier Stunden freizuschaufeln, wenn die Jungs in der Schule sind. Dann nehme ich mir die Zeit, um bewusst Neues auszuprobieren, nicht nur abzuarbeiten, sondern wirklich zu sagen „ich öffne eine Box und probiere einfach mal aus“, oder lese Dinge, die ich nicht lesen muss und praktiziere Dinge, die jetzt nicht unbedingt sein müssen, um daraus neue Erkenntnisse ziehen zu können. Das finde ich wichtig. Und wenn ich merke, dass ich kaum für mich weiter komme, dann treffe ich mich auch gerne mit einem guten Sparring Partner, mit einem Coach, mit einem Unternehmensberater, mit jemanden, der auf Augenhöhe, aber vielleicht in einem bestimmten Bereich ein Experte ist, und mich dann vielleicht auch noch weiter bringen kann.

In welchen Momenten fühlst Du Dich lebendig?

Ich fühle mich lebendig, wann immer ich in Verbindung mit meinem Spirit bin, wenn ich also wirklich bei mir bin. Dann ist das auch die Motivation für mein eigenes Praktizieren. Ich fühle mich auch lebendig, wenn ich aus dieser spirituellen Anbindung heraus frei gestalten darf. Wenn ich merke daraus schaffe ich etwas, sei es  eine neue Sequenz, ein Buch, ein Stream, was auch immer es ist und ich merke, dass es stimmig ist mit meiner Lebensaufgabe, mit meinem Dharma, dann fühle ich mich lebendig.

Würdest Du gerne eine Phase Deines Lebens noch einmal wiederholen?

Ich finde die jetzige Phase eigentlich die beste Phase, weil ich das Gefühl habe, ansatzweise zu wissen, worum es geht und mehr und mehr Durchblick erlange. Mich auch noch jung und fit genug fühle, all das, was ich machen möchte, zu machen. Deswegen bin ich unheimlich dankbar für diese Zeit und sehne mich gar nicht so sehr nach früheren Zeiten zurück, weil mir da bestimmte Puzzleteile der Erkenntnis einfach noch gefehlt haben. In sofern bin ich sehr dankbar!

Danke, liebe Patricia! 

Mehr zu Patricia http://spirityoga.de

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