BERG - MEDITATION

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber bei mir hat das gerade angebrochene Jahr schon ordentlich Fahrt aufgenommen. Da es Sinn macht, nicht schon gleich am Anfang sein ganzes Pulver zu verschießen, kann ich nur wärmstens empfehlen zwischendurch auch mal den „Pause-Knopf“ zu drücken.

MEIN FRÜHWARNSYSTEM

Wenn mir das Tempo des Lebens zu flott wird, dann habe ich mittlerweile ein hervorragendes Frühwarnsystem entwickelt. Ich spüre relativ schnell, wann für mich Rückzug angesagt ist, um nicht Raubbau mit mir und meinem Körper zu betreiben. Meistens erkenne ich das am Chaos, das sich um mich herum auftut. Ich bin nämlich eigentlich ein sehr ordentlicher Mensch. Wenn ich jedoch bemerke, dass der Wäscheberg fast größer ist als ich, der Kühlschrank gähnend leer ist, und ich anfange wichtige Dinge zu vergessen, dann heißt es für mich: Achtung! Hier stimmt das Selbstmanagement nicht mehr! Hinzu kommt, dass sich in diesen Situationen meine Laune auch nicht mehr so von ihrer besten Seite zeigt. (Keine Sorge, davon kriegen nur mein Mann und meine Kinder etwas ab!)

ERSTE HILFE

Was tun, wenn es also alles gerade viel zu viel ist?
Prioritäten neu setzen. Termine werden verschoben oder eventuell gestrichen und ich achte darauf mir Gutes zu gönnen. Dazu gehört, dass ich mich bemühe, ausreichend Schlaf zu bekommen und mich mit guten Energielieferanten füttere. Ich gönne mir dann so richtig gutes und ausgewogenes Essen und versuche zu vermeiden, den Trash, den es auch in unserem Kühlschrank gibt, zu widerstehen. Da ich selber nicht so die talentierteste Köchin bin, fahre ich einfach zu Leuten, die es können und schenke mir eine feiste Mittagspause. In Hamburg kann man das zum Beispiel hervorragend in der Espressobar „Juwelier“ oder bei der sweeten veganen Wohnküche „Happenpappen“ in Eimsbüttel machen.

BERG - MEDITATION

Was mir aber am allermeisten hilft, ist: zur Ruhe kommen und atmen. 
Eine wunderschöne Meditation dafür ist die Berg Meditation von Jon Kabat - Zinn. Sie hilft beim Tempodrosseln und erden und schenkt Klarheit und Kraft. 
Ich habe sie leicht modifiziert und gekürzt, so dass sie sich wunderbar in jeden Alltag integrieren lässt.  Am besten sprichst Du sie Dir selber in Deinem Tempo auf Dein Handy. Wenn es dann an der Zeit ist, drückst Du einfach kurz Dein Leben auf „Pause“ und deine Meditation auf „Play“!

„Nimm eine gemütliche Position im Sitzen ein. Vielleicht ist es der Schneidersitz, der schon fast dem Bild eines Berges ähnelt. Schließe Deine Augen und richte Deine Aufmerksamkeit zunächst auf Deine Atmung.
Stelle Dir nun einen Berg vor, dessen Form Dich besonders anspricht. Versuche Dich auf dieses Bild zu konzentrieren. Den Berg vor Deinem inneren Auge wahrhaftig sehen und ihn fühlen. Betrachte seine Form, seinen Gipfel. Nimm die Basis des Berges wahr. Du siehst das Felsgestein, das in der Erdkruste ruht. Betrachte dann ganz aufmerksam seine Flanken. Sind sie steil oder sanft abfallend? Schau Dir den Berg in Ruhe an. Nimm wahr, wie massiv dieser Berg ist. Wie unbewegt, wie wundervoll. Sowohl aus der Ferne als auch aus der Nähe. Welche Einzigartigkeit in seiner Form. 
Vielleicht ist die Spitze des Berges mit Schnee bedeckt, und seine niedrigen Hänge sind bewaldet. Vielleicht hat er einen besonders hoch aufragenden Gipfel, vielleicht auch mehrere Gipfel oder ein hohes Plateau.
Sitze einfach nur und atme mit dem Bild des Berges, beobachte dieses Bild ganz genau und werde Dir seiner Eigenschaften bewusst. 
Wenn Du dich bereit fühlst, dann versuche, ob Du den Berg in Deinen eigenen Körper versetzen kannst, so dass Dein sitzender Körper und der Berg vor Deinem inneren Auge eins werden. Dein Kopf wird zu dem hoch aufragenden Gipfel, Deine Schultern und Arme werden zu den Bergflanken, Dein Po und Deine Beine werden zu der soliden Basis, die auf dem Boden verwurzeln. Fühle und erlebe in Deinem Körper das Gefühl des Emporstrebens, die emporstrebende Qualität des Berges tief in deiner eigenen Wirbelsäule. Lade Dich dazu ein, zu einem atmenden Berg zu werden, unerschütterlich in Deiner Stille, ganz und gar das, was Du bist, jenseits von Worten und Gedanken, eine zentrierte, verwurzelte und unerschütterliche Präsenz.
Genieße diesen Zustand noch für zehn tiefe und ruhige Atemzüge und komme dann allmählich wieder zurück in Dein Leben.“

Ich bin gespannt, was Ihr sagt. Dann mal fröhliches Meditieren!

Mehr zur Bergmeditation und anderen Meditationen von Jon Kabat-Zinn findest du hier.

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